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Kraft für einen starken Auftritt

Muskeln sind die besten Bodyshaper, sie halten uns fit und gesund. Man muss ihnen nur einen Wunsch erfüllen – sie regelmäßig trimmen

Wahrscheinlich liegt es nur an diesem martialisch klingenden Wortgetüm: Krafttraining. Damit assoziieren die meisten Menschen schlecht gelüftete Muckibuden und überproportionale Muskel- pakete. An letzteren haben gerade Frauen überhaupt kein Interesse. Ihnen geht es beim Fitness- training viel mehr um Schönheits- und Gesundheitsfragen – also die straffe Figur, die gute gerade Haltung, um das Idealgewicht, mehr Power und Kondition. Die Angst vor zu viel Muskelmasse ist jedoch unbegründet, spielt das für den Muskelaufbau entscheidende Hormon Testosteron bei
Frauen – im Gegensatz zu den Männern – eine untergeordnete Rolle. Also eine Schwarzenegger-Optik ist aus genetischen Gründen schon mal ausgeschlossen.
 


Praktischer geht’s kaum: Mit dem dünnen Thera-Band aus Latex lassen sich alle Muskelgruppen trainieren. Je dunkler die Farbe, desto höher der Widerstand. Im Sportfachhandel (diverse Hersteller), ab 13 Euro
Foto: Ludwig Artzt GmbH



Ein schönes Paar: Die Vibrationshanteln D1 intensivie- ren das Muskeltraining. Von BodyVib, ab 670 Euro
Foto: PR



Mehr Kraft: Im Innern der Hanteln des XCO-Shape-Sets wirkt ein Granulat wie eine Schwungmasse. Zum Set gehört auch der Trainingsplan „Hometraining“. Von XCO, um 100 Euro
Foto: PR



Zauberei: Beim Schwingen des 150 Zentimeter langen Fitnessstabs Improve 150 entdeckt man neue Muskelgruppen. Von Haider Bioswing, um 148 Euro
Foto: Haider Bioswing

Muskeln sind eigentlich unsere besten Freunde: Zum einen als Bodyguards, denn – sind sie stark und straff – sie schützen Knochen, Sehnen und Gelenke sowie den Rücken vor Schmerzen. Zum anderen als Weight-Watcher, denn sie kurbeln die Fettverbrennung an und erhöhen den Stoffwechsel. Außerdem als Psychologen, denn sie sorgen für eine gute Figur und somit für ein stabiles Selbstbewusstsein.

Solche Freundschaften muss man aktiv pflegen. Denn Muskeln mögen keine Vernachlässigung. Ab 30 verschwindet pro Jahr ein Prozent der Muskelmasse, an ihrer Stelle machen sich Fett- und Bindegewebe breit – das ist die schlechte Nachricht. Die gute lautet: Man kann im jeden Alter mit Krafttraining seine Muskulatur auf Vordermann bringen. Bevor es losgeht, sollte man sich darüber im Klaren sein, welcher Trimm-Typ man ist. Denn richtig Spaß bringt nur das Workout, das zu einem passt.


Für Strategen

Die Fitnesskette Kieser Training hat sich dem gesundheitsorientierten Kraft- training verschrieben. Ein echtes Kieser Studio durchweht immer ein Hauch spartanischer Strenge. Die aneinander- gereihten Kraftmaschinen dominieren den Raum, es gibt weder Saftbar noch Sauna, Solarium und Pop-Gedudel: Hier konzentriert man sich auf das Wesent- liche, die Arbeit an der Muskulatur zur Prävention von Verletzungen und zur Therapie.

Weitere Vorteile: Einführungstraining, Erstellung eines Trainingsplans, Ein- weisung in die Maschineneinstellungen und Übungen, ärztliche Trainings- beratung.

Zeitaufwand: 2 x 30 bis 45 Minuten pro Woche.


Für Kommunikative

Ein großes Fitnessstudio entwickelt gerade in den Abendstunden einen besonderen Klangteppich: Man steht im Epizentrum der Leibesertüchtigung, an allen Ecken und Enden radeln, steppen und stemmen Gleichgesinnte. Für viele eine stimulierende Kulisse (manchmal auch mit hohem Flirtfaktor).

Ein Muss für das persönliche Kraft- training: eine große Auswahl an Maschi- nen und kurzen wie langen Hanteln. Hebelarme und Sitzpositionen sollten individuell verstellbar sein. Beim (kostenlosen) Probetraining immer gleich dem Trainingspersonal mit etlichen Fachfragen auf den Zahn fühlen.

Wichtig: Nichts ist nerviger, als an den Geräten Schlange stehen zu müssen. Deshalb zu jenem Zeitpunkt testen, an dem man auch normalerweise trainieren würde. Sollte es zu Staubildungen kommen, den Terminplan umswitchen.


Für Perfektionisten

Der Personal Trainer stellt im Fitness- kosmos so eine Art Königsklasse dar. Er entwickelt ein maßgeschneidertes Programm, nachdem er Fitness (Kraft, Kondition, Koordination) seines Schütz- lings getestet hat.

Er ist enorm flexibel: tritt an, wo immer man will – im Studio, im Office, zu Hause oder in der freien Natur. Ist mit seinem Know-how immer greifbar, bringt einem nicht nur die richtige Technik bei, sondern versorgt einen nebenbei mit Hintergrundinformationen wie Tipps zur richtigen Ernährung.

Ein guter Trainer zeigt gerade in Sachen Motivation seine wahre Größe. Während es so manchem Einzelkämpfer passie- ren kann, dass während des Workouts Langeweile aufkommt, punktet der Experte mit einem unerschöpflichen Schatz unterschiedlicher Fitness- übungen.

Und so findet man den richtigen: Man kann das private Netzwerk nutzen und sich an Empfehlungen von Freunden oder von Fitnessstudios halten. Eben- falls zielführend: www.personalfitness.de und www.personal-trainer-network.de, hier werden die Trainer mit ihren erworbenen Qualifikationen gelistet.


Für Effektive

Manchen kann es beim Trainieren gar nicht schnell genug gehen: Für die heißt das Zauberwort Elektrische Muskel- stimulation (EMS), hier werden über einen mit Elektroden bestückten Anzug Stromimpulse in die Muskulatur geschickt, dabei kommt es zu einer stärkeren Muskelkontraktion.

Eine Einheit, z. B. auf einem Cross- trainer, dauert wegen ihrer Intensivität nur 20 Minuten – was dann auch zweimal die Woche genügt. Das Programm sollte man nur unter fachlicher Aufsicht in Fitnessstudios absolvieren.

Ähnliche Effektivität beim Muskeltraining versprechen Vibrationsgeräte wie die Power Plate, auch hier werden zusätzlich tiefere Muskelschichten angesprochen. Stellt man sich (im Studio) die ersten Male auf das wie eine überdimensio- nierte Waage mit hüfthohem Haltegriff wirkende Gerät, sollte ein Coach dabei sein. Bei den ersten Lektionen wird man ganz schön durchgeschüttelt.

Regelmäßig zweimal die Woche 20 Minuten – und der straffende, stabi- lisierende Effekt ist schnell spürbar.


Für Home-Worker

Beim Heimtraining ist man selbst der Studiobesitzer. Hier gelten für das Krafttraining die eigenen Regeln: Statt monströser Kraftmaschinen und Lang- hanteln sind die Kreativität (Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, zum Beispiel Crunches, Liegestütze, Knie- beugen und Ausfallschritte) und smarte Geräte (siehe links) gefragt.

Mit DVDs (z. B. für Aerobics mit Hanteln) lässt sich der persönliche Fitnessfundus noch erweitern.

Auch hier gilt:
Abwechslung schützt vor Langeweile.